"17 digitale Experimente" im Zürcher "Museum of the Future"
Denn die Herausforderung vieler Museen ist, dass die Objekte "zu gross, zu fragil" oder "aus konservatorischen Gründen" nicht zugänglich sind, wie das Museum in einer Mitteilung schreibt. So ist auch die künstliche Intelligenz Teil der Ausstellung "Museum of the Future - 17 digitale Experimente". Im ersten Teil der Ausstellung entschlüssele diese beispielsweise verkohlte Schriftrollen aus der antiken Stadt Herculaneum. Oder sie mache Briefe des Schweizer Reformators Heinrich Bullinger sichtbar.
Die Ausstellung dürfte insbesondere die Diskussion um digitale Rekonstruktion anregen. Ein Höhepunkt der Schau sei die digitale Kopie des Panoramas der Schlacht bei Murten. Das Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert wurde nur wenige Male und letztmals an der Expo.02 ausgestellt und ist für seine gigantische Darstellung der mittelalterlichen Schlacht bekannt: 100 Meter lang und 10 Meter hoch ist das originale Rundbild des deutschen Malers Louis Braun.
Die Kopie, die laut Mitteilung 1,6 Billionen Pixel hat, sei das aktuell größte digitale Bild weltweit. Erschaffen wurde es vom Labor für experimentelle Museologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Besucherinnen und Besucher können mit einem Joystick im hochaufgelösten Bild scrollen und zoomen, und so kleinste Details bis auf den Pinselstrich erkennen.
"Ein Original ist durch nichts zu ersetzen."
Auf die Frage, ob Museumsexponate durch die Digitalisierung eines Tages obsolet sein werden, schrieb der Kurator und Museumsdirektor Christian Brändle: "Ein Original ist durch nichts zu ersetzen. Aber dank digitalen Mitteln kann es vielseitig und spielerisch erlebbar gemacht werden und so das Publikum zu einer mehrdimensionalen Auseinandersetzung verführen."
Auch mit Maßstäben spielt die Ausstellung, die bis Anfang Februar läuft und mit digitaler Unterstützung Unsichtbares zugänglich macht. Dazu gehören etwa ein nie realisierter Bau des Architekten und Künstlers Le Corbusier oder Insektendetails, die mit bloßem Auge nicht erkennbar wären.
(S E R V I C E - "Museum of the Future - 17 digitale Experimente", bis 2.2.2026 im Museum für Gestaltung, Zürich; https://museum-gestaltung.ch)
Zusammenfassung
- Das Museum für Gestaltung Zürich präsentiert zum 150-jährigen Jubiläum die Ausstellung "Museum of the Future" mit 17 digitalen Experimenten, die zeigen, wie neue Technologien Museumsobjekte zugänglich machen können.
- Ein zentrales Exponat ist die digitale Kopie des 100 Meter langen und 10 Meter hohen Panoramas der Schlacht bei Murten, das mit 1,6 Billionen Pixeln als derzeit größtes digitales Bild gilt und Besucher:innen erlaubt, feinste Details zu erkunden.
- Die Ausstellung läuft bis 2. Februar 2026 und setzt auf künstliche Intelligenz, um unter anderem antike Schriftrollen und historische Briefe lesbar zu machen, wobei Kurator Christian Brändle betont: "Ein Original ist durch nichts zu ersetzen."