APA - Austria Presse Agentur

Wien reagiert auf Impf-Forderung der Wiener Sexarbeiterinnen

20. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

"Impft uns endlich!", forderte die Obfrau der Sexarbeiterinnen. In Wien zeigt man dafür zwar Verständnis, will aber den Impfplan nicht kippen. Impftermine gibt es frühestens im Mai.

Sie seien die körpernahsten nichtmedizinischen Dienstleister und wollen wieder safer arbeiten. Damit ließ Shiva Prugger, die Obfrau der Berufsvertretung der heimischen Sexarbeiterinnen aufhorchen. Sie verlangte auf Twitter eine rasche Immunisierung ihrer Branche gegen Covid-19.

Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte man Verständnis für den Appell Pruggers. Es gelte allerdings den Impfplan und den verfügbaren Impfstoff zu beachten. Derzeit werden ältere Bevölkerungsgruppen sowie Hochrisiko- und Risikopatienten geimpft, um sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, hieß es auf APA-Anfrage.

Ministerium weicht von Impfplan nicht ab

Die gleiche Absage kam aus dem Gesundheitsministerium. Dort verwies man ebenfalls auf den aktuellen Impfplan: "Klares Ziel ist es, dass jene Personen, die im Falle einer Infektion ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, zuerst geimpft werden". Daher impfe man derzeit schwerpunktmäßig Personen über 65 Jahren und Risikogruppen mit Vorerkrankungen, der spezielle Fokus auf diese Zielgruppen sei durch die angespannte epidemiologische Lage der letzten Wochen und den steigenden Intensiv-Belegzahlen in den Spitälern besonders geboten.

Phase 3 für Menschen mit engem Personenkontakt

Aus Sicht des Ministeriums können Sexarbeiterinnen mit Ende Mai mit Impfterminen rechnen, denn dann sollen die weiteren in der "Phase 3" des Impfplans vorgesehenen Gruppen zum Zug kommen. "In dieser Phase können Menschen mit engem Personenkontakt beziehungsweise Personen in Arbeitsverhältnissen oder Betätigungsfeldern, die eine Virusübertragung begünstigen, priorisiert werden", teilte das Ministerium der APA mit. Die praktische Umsetzung obliege dabei den Bundesländern.

Sexarbeiterinnen zur Krise: Man schwebt in der Luft

Eine durch Corona besonders betroffene Branche ist die der Sexarbeit. PULS 24-Chefreporterin Magdalena Punz besuchte nach Ausbruch der Pandemie im Mai 2020 das Laufhaus Wien Mitte und redete mit den betroffenen Sex-Dienstleisterinnen Evi und Angelina.

Quelle: Agenturen / Redaktion / red