APA - Austria Presse Agentur

Wegen Delta-Variante: Impfgremium für kürzere Impf-Intervalle

24. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Die Zeit zwischen zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer soll auf drei Wochen, bei Moderna auf vier Wochen und bei AstraZeneca auf vier bis acht Wochen reduziert werden. Das rät das nationale Impfgremium.

Das Nationale Impfgremiums (NIG) hat am Donnerstag seine Anwendungsempfehlung für die Corona-Schutzimpfung aktualisiert. Aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante rät es zu kürzeren Impf-Intervallen.

Für den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer wird nunmehr ein Intervall von 21 Tagen zwischen Erst- und Zweitstich empfohlen, für das mRNA-Vakzine von Moderna ein Abstand von 28 Tagen und für den Impfstof Vaxzevria der Firma AstraZeneca soll das Intervall wegen der derzeitigen epidemiologischen Situation in Zusammenhang mit der Delta-Variante auf vier bis acht Wochen reduziert werden. Bisher war hier ein Abstand von zwölf Wochen vorgesehen.

NIG empfiehlt selben Impfstoff für Zweitstich

Das NIG hält außerdem weiterhin an der Empfehlung fest, den selben Impfstoff für den Zweitstich zu nehmen. Ein heterologes Impfschema, also das Mischen der Vakzine, wird jedoch bei Nebenwirkungen, die eine medizinische Kontraindikation für eine zweite Impfung mit dem gleichen Impfstoff darstellen, oder dem Eintreten einer Schwangerschaft empfohlen, heißt es in der Anwendungsempfehlung.

Studiendaten würden auch auf eine erhöhte Rate an Impfreaktionen bei Mischimpfung hinweisen, begründet das Gremium seine Entscheidung. "Die Evidenz bzgl. Wirksamkeit, dass ein heterologes Impfschema gegenüber einem homologen Impfschema überlegen wäre, ist derzeit limitiert", schreiben die Experten.

Vollständige Impfung schützt neun Monate

Das NIG geht davon aus, dass nach einer vollständigen Impfung - beim Vakzin Johnson & Johnson ist nur eine Immunisierung erforderlich - eine Schutzdauer von mindestens neun Monaten besteht. "Wann und für welche Personengruppen letztendlich weitere Dosen (3. Dosis) notwendig sein werden (Vorgehen nach Impfung bei Hochrisikopersonen, Non-/Low-Responder, siehe dort), ist derzeit noch nicht bekannt", heißt es in der Anwendungsempfehlung.

Immunsupprimierten Personen, beispielsweise Organtransplantierte, wird eine Antikörperkontrolle frühestens vier Wochen nach der zweiten Impfung empfohlen, um festzustellen, ob sie die Impfung eine Immunantwort ausgelöst hat.

Einmalige Impfung für Genesene ausreichend

Für SARS-CoV-2-genesene Personen ist eine Impfung möglich, schreibt das NIG. Wenn die Infektion mit PCR-Test nachgewiesen wurde, ist eine Impfung zwar für sechs bis acht Monate nicht notwendig, kann aber 21 Tage nach dem positiven PCR-Test verabreicht werden, so die Experten. Für Genesene ist eine einmalige Impfung ausreichend, auch wenn die Infektion länger als acht Monate zurückliegt. Dies entspricht immunologisch gesehen einer Boosterung, heißt es im Dokument.

Für Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben, gibt es noch keine länderübergreifende einheitliche Regelung, wie sie geimpft werden sollen. Auch das NIG schreibt in seiner Anwendungsempfehlung, dass unabhängig von der medizinischen/immunologischen Einschätzung im internationalen Reiseverkehr formal zwei Dosen notwendig sein können. Es wird darauf verwiesen, dass bei einer zweimaligen Impfung eine erhöhte Rate an Impfreaktionen bei Genesenen möglich ist.

Routinetests im Handel nicht notwendig

Das NIG empfahl außerdem, dass in vulnerablen Bereichen wie Alters- und Pflegeheimen oder Krankenanstalten auch vollständig geimpfte Personen aus medizinischer Sicht derzeit einmal pro Woche getestet werden sollen, im Idealfall mittels PCR-Analyse. Dies gilt für alle Personen, welche sich in der jeweiligen Einrichtung aufhalten, also Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Routinemäßige Testungen im Alltag, etwa in Handel oder Schulen, sind laut Experten bei vollständig geimpften sowie gesunden - also asymptomatischen - Personen nicht notwendig.

Quelle: Agenturen / apb