"Unterstützungen für die Nachtgastronomie müssen weiterlaufen"

11. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomie, fordert im PULS 24 Interview, dass die Corona-Unterstützungen für die Nachtgastronomie weiterlaufen. Nur zehn Prozent aller Lokal werden wegen der frühen Sperrstunde öffnen.

Während die Freude bei vielen Gastronomen über die am Montag verkündeten Öffnungen am 19. Mai groß ist, müssen andere Branchen wohl noch länger warten. Darunter etwa die Nachtgastronomie. Discos, Clubs und Nachtlokale können wegen der Sperrstunde um 22 Uhr, der Sitzplatzpflicht und des Verbots von Konsumation an der Bar noch nicht öffnen. 

Die Nachtgastronomie, die nun seit nunmehr 15 Monaten geschlossen hat, sei es zwar gewohnt, keine Perspektive zu haben, sagt Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomie, dennoch vermisse er in der aktuellen Öffnungsverordnung wichtige Grundlagen. So wisse man bisher noch nicht, wie lange die Kurzarbeit verlängert wird und wie es mit dem Fixkostenzuschuss weitergeht. Außerdem forderte er die Ausweitung der reduzierten Steuer auf fünf Prozent.

All diese Maßnahmen müssen gesetzt bleiben, bis auch die letzte Maßnahme zurückgenommen wurde, sagt Ratzenberger: " Es wäre traurig, wenn wir all unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über 15 Monate in Kurzarbeit mitgenommen hätten und jetzt schlussendlich sagen müssten: 'Es tut uns leid, wir müssen euch kündigen'". 

Warnung vor illegalen Feiern

"Wirklich erschüttert" zeigt sich Ratzenberger darüber, dass es nach der Sperrstunde um 22 Uhr keine Ausgangsbeschränkungen geben wird. "Es werden nicht alle um 22.15 Uhr im Bett liegen", sagt er und warnt vor Clustern, die bei illegalen Feiern entstehen könnten.

Eine Umfrage zeige, dass nur acht bis zehn Prozent aller Lokale "zumindest versuchen" wollen, am 19. Mai zu öffnen. Durch die Abstandregeln, vor allem aber wegen der Sperrstunde um 22 Uhr, würde sich das für die meisten Lokale wirtschaftlich nicht rentieren.  

Aus diesem Grund wünscht er sich vor allem in den ländlichen Regionen, dass auch für Volks- und Zeltfeste in den kommenden ein bis zwei Jahren ähnliche Regeln gelten, wie sie auch für die Gastronomie gelten. "Um einen fairen Wettbewerb zu haben", wie Ratzenberger sagt. Wenn die Clubs geschlossen haben, soll nicht an anderen Orten gefeiert werden.

"Keine neuen Ideen"

Neue Ideen und Konzepte, die etwa Tanzveranstaltungen und Partys trotz Pandemie möglich machen sollen, könne man "gleich abbremsen", sagt der Sprecher der Nachtgastronomen. Man habe noch unter Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zahlreiche Konzepte vorgelegt. Diese seien aber "alle in Schall und Rauch aufgegangen". Man habe mittlerweile akzeptiert, dass solche Veranstaltungen nicht erwünscht seien.

Derzeit warte man einfach auf eine spätere Sperrstunde und lockere Konsumations-Vorgaben. Erst bei Sperrstunden um 1, 2 oder gar 3 Uhr würden bis zu 60 Prozent aller Nachtgastronomen wieder aufsperren, denn Discos und Clubs dürfen per Gesetz erst um 22 Uhr öffnen. 

Große Freude bei Tagesgastronomie 

Sehr erfreut über die Öffnungen in Gastronomie und Tourismus zeigt sich hingegen der Gastro-Obmann in der Wirtschaftskammer, Mario Pulker. Er sieht in den Öffnungsschritten einen "Erfolg der Interessensvertretung". Trotz der strengen Regeln, freut er sich, dass Österreich europaweit das erste Land sei, in dem die Gastronomie indoor und outdoor wieder öffnet.

Gastro-Obmann Pulker: "Wir freuen uns, dass es am 19. Mai endlich wieder losgeht"

Gastro-Öffnung: Offene Fragen um Tests und Test-Kontrolle

Gleichzeit hofft auch er, dass es weiterhin Hilfen für Gastronomen geben wird, denn es würden etwa noch die ausländischen Gäste fehlen. Aufgrund der Unterstützungen habe es bisher weniger Insolvenzen als bisher gegeben - da könnte sich etwas aufgestaut haben, warnt Pulker. An die Gäste appelliert er, sich testen zu lassen, um die Gastronomen nicht zusätzlich zu belasten - denn laut Verordnungen können Wirte auch in den Lokalen Antigentests für den Zutritt bereitstellen.

Quelle: Redaktion / koa