Stan Honda / AFP

"Testen, testen, testen": Corona-Tests im Check

Apr 06, 2020 · Lesedauer 3 min

Was ist der Unterschied von Schnelltests und "normalen" Tests und wie funktioniert so eine Testung überhaupt? PULS 24 bietet einen Überblick über die gängisten Testarten.

"Testen, testen, testen". Dieses Credo hat Bundeskanzler Sebastian Kurz ausgegeben. Experten halten Tests für notwendig, um die Verbreitung des Coronavirus wirksam einzudämmen. Die Regierung hat angekündigt, die Kapazitäten auf 15.000 Tests pro Tag auszubauen. Dafür sollen Schnelltests eingesetzt werden. PULS 24 unterzieht die gängisten Testarten einem Check.

PCR-Tests

PCR-Tests werden derzeit eingesetzt. Sie weisen das Virus selbst nach. Es kann damit also bestimmt werden, ob ein Mensch zum Zeitpunkt der Testung infiziert ist.

Funktionsweise

PCR ist die Abkürzung für Polymerase-Kettenreaktion. Es handelt sich dabei um eine DNA-Untersuchung. Dazu wird ein Abstrich aus dem Rachen genommen und genetisch analysiert.

Vorteile

Die PCR-Tests sind derzeit die einzige Methode, um eine Infektion mit dem Coronavirus festzustellen, da dabei das Virus selbst nachgewiesen wird. Außerdem liegen Ergebnisse bereits innerhalb weniger Stunden vor.

Nachteile

Flächendeckende PCR-Tests von Hunderttausenden sind in Österreich derzeit nicht durchführbar und eine Veränderung dieser Situation scheint auch sehr unwahrscheinlich. Zur Durchführung dieser Tests benötigt es einerseits bestimmte Chemikalien, die auf dem Weltmarkt gerade sehr begehrt sind und dementsprechend schwer zu bekommen sind. Andererseits braucht es zur Abnahme und Auswertung der Tests eine entsprechende Infrastruktur. Diese reicht von der der Abnahme der Abstriche über den Transport ins Labor und deren Administration bis hin zur eigentlichen Analytik.

Sven Hoppe /APA/dpa

Schnelltests

Bei den sogenannten Schnelltests handelt es sich um Antikörper-Tests. Auf sie will Österreich setzen, um flächendeckende Testungen der Bevölkerung durchführen zu können.

Funktionsweise

Antikörper oder serologische Tests weisen anders als PCR-Tests Antikörper gegen das Coronavirus nach. Alle Infizierte bilden etwa ein bis zwei Wochen nach Erkrankungsbeginn Antikörper gegen das Virus aus. Die Tests weisen diese im Blut nach und geben damit darüber Auskunft, ob ein Mensch bereits infiziert war und nun immun ist.

Vorteile

Der große Vorteil von Schnelltests ist, dass sie viel niederschwelliger sind als PCR-Tests. Sie müssen nicht im Labor ausgewertet werden, sondern können in Gesundheitseinrichtungen wie Apotheken durchgeführt werden. Das prädestiniere sie für die Testung größerer Gruppen, sagt Virologe Herwig Kollaritsch, der Teil der Coronavirus-Taskforce ist. Es könne so festgestellt werden, wie viele Menschen schon Kontakt mit dem Virus hatten und mache die Überprüfung der Regierungsmaßnahmen möglich.

Nachteile

Der große Nachteil der Schnelltests ist, dass die Ergebnisse nicht verlässlich sind. Bei einem positiven Testergebnis muss dieser wieder durch einen Labortest bestätigt werden. Sie sind also keine Alternative, sondern eine Ergänzung zu den PCR-Tests. Außerdem sind viele angebotene Schnelltests nicht seriös. Die Wissenschaftlerin Puchhammer-Stöckl rät deshalb zur Skepsis. Auch im PULS 24 Test hat ein Schnelltest nicht funktioniert. Da sie eine Infektion mit dem Coronavirus erst im Nachhinein feststellen können, sind sie auch für die Frühdiagnostik ungeeignet

Schnelltest im PULS 24 Check

Wie aussagekräftig sind Schnelltests allgemein und wie akkurat ist der neue Corona-Schnelltest?

Selbsttests

Daneben hoffen viele Mediziner auf einen einfachen Selbsttest, der ähnlich wie ein Schwangerschaftstest funktioniert. Betroffene können ihn zuhause nutzen und dann sehr schnell erfahren, ob sie infiziert sind. Der Vorteil daran wäre, dass sie sich ohne Zeitverzug in Isolation begeben könnten.

Diese sogenannten Antigen-Tests würden das Virus im Gegensatz zu den Antikörper-Tests selbst nachweisen. Experten sind allerdings eher skeptisch, dass solche Tests schon bald zuverlässige Ergebnisse liefern. Das Problem ist, dass bei einigen Infizierten nur sehr geringe Virusmengen im Abstrich zu finden sind. Und um diese zu erkennen, sind die Antigentests bislang nicht empfindlich genug.

 

Quelle: Redaktion / apb