APA - Austria Presse Agentur

Studie zeigt: AstraZeneca wirksamer in Kreuzimpfung

30. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Laut einer deutschen Studie soll eine Kreuzimpfung von AstraZeneca und Biontech/Pfizer wirksamer gegen eine Infektion mit dem Coronavirus sein, als die Impfung mit AstraZeneca allein. Weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit seien noch notwendig.

Die Kombination einer Impfung mit den Produkten von AstraZeneca und von Biontech/Pfizer ist einer Studie zufolge wirksamer als die Impfung mit AstraZeneca allein. Wissenschafter der Technischen Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Immunreaktion im Rahmen einer retrospektiven Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" erschien.

Dafür wurde nach Angaben der Forscher das Blut von rund 500 Probanden analysiert, die acht bis zwölf Wochen nach ihrer ersten Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer bekommen hatten. "Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von AstraZeneca bekamen", erklärte das Uniklinikum Erlangen am Freitag. Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung sei mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer gewesen.

Ursula Hollenstein, Infektiologin bei "traveldoc.at", spricht mit PULS 24 über die Corona-Kreuzimpfungen.

Weitere Studien noch notwendig

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Kombinationsimpfung auch bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen kann. Sie hoffen, dass diese Kreuzimpfung "ein weiterer Baustein ist, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung generell zu verbessern". Allerdings seien dafür noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen notwendig.

Renée Gallo-Daniel, der Präsidentin des Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH), könne sich erst nach einer Zulassung für eine Kreuzimpfung aussprechen.

In Österreich ist eine Kreuzimpfung laut Anwendungsempfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) bereits möglich. "Sind nach einer ersten Dosis schwere Nebenwirkungen aufgetreten, die einen Impfstoff-Wechsel rechtfertigen, bei Nebenwirkungen, welche eine medizinische Kontraindikation für eine zweite Impfung mit dem gleichen Impfstoff darstellen oder wenn dies aus Sicht der zu impfenden Person dringend wünschenswert ist, so soll ein Impfstoffwechsel angeboten werden", heißt es darin unter dem Hinweis auf eine fehlende Zulassung für ein solches heterologes Impfschema (Off-Label-Anwendung). Auch bei Eintreten einer Schwangerschaft nach der ersten Dosis mit dem AstraZeneca-Vakzin soll ein heterologes Impfschema in Erwägung gezogen werden.

Susanne Drapalik, Präsidentin und Chefärztin des Samariterbundes Wien, zeigt sich gegenüber PULS 24 bei der Kreuzimpfung skeptisch.

Quelle: Agenturen / pea