Statistiker Neuwirth: Fast 20 Prozent mehr Corona-Tote bei 75- bis 85-Jährigen

09. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Statistiker Erich Neuwirth rechnet im PULS 24 Interview vor, dass Kärnten mit 28 Prozent eine fast zehnmal so hohe Positiv-Rate bei PCR-Tests hat als Wien. Er warnt auch, dass die Folgeschäden der aktuellen "Wir lassen's laufen"-Strategie nicht unterschätzt werden dürfen.

Seit acht bis zehn Tagen bleiben laut Statistiker Erich Neuwirth die Inzidenzen gleich, wie er im PULS 24 Interview schildert. Auf Bezirksebene gebe es aber sehr deutliche Unterschiede. Burgenland habe gute Zahlen, in Niederösterreich sehe man deutlich höhere Werte, wo das Bundesland an Oberösterreich grenzt. Im Westen jedoch seien die Inzidenzen höher. Die Daten legen laut Neuwirth nahe, dass dafür die Impfquote ausschlaggebend sei.

PCR-Tests: "Problemfall Kärnten"

"Dramatisch verschieden" sei die Positiv-Rate bei PCR-Tests. Während in Wien 2,5 Prozent der Tests positiv zurückkommen, sei der Wert in Kärnten mit 28 Prozent fast zehnmal so hoch. Wien teste aber auch so viel mehr, dass den Statistiker das nicht überrascht. Die Kärntner "testen einfach sehr, sehr wenig", vermutet er. "Kärnten war schon immer ein Problemfall bei der Zahl der Tests.

"Vorarlberg und Oberösterreich liegen bei um die 15 Prozent, Salzburg, Tirol und Steiermark bei 11 bis 12 Prozent und schließlich Burgenland und Niederösterreich bei sieben bis acht Prozent.

Machen Tests noch Sinn?

Es stelle sich die Frage, wozu man testet, so Neuwirth. Die Spitalssituation rechtfertige das nicht, "wenn man allerdings Infektionsketten unterbrechen will, dann hat's schon Sinn". "Testen allein ist kein Wert", aber was man mit den Tests macht, wenn man sie hat, sei wichtig. Das Contact Tracing, merkte der Statistiker an, funktioniere momentan allerdings nicht gut.

20 Prozent mehr Todesfälle 

Im Vergleich der Jahre, merke man durch Covid eine deutliche Zunahme der Todesfälle ab 2019. "Die Gruppe, die es besonders stark erwischt hat, sind die 75- bis 85-Jährigen." Bei ihnen sei die Sterberate um fast 20 Prozent gestiegen.

Die "Wir lassens laufen"-Strategie, so Neuwirth, könnte möglicherweise langfristig zu massiven Folgeschäden führen. Man dürfe nämlich den Anteil der Long-Covid-Patienten nicht unterschätzen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam