APA - Austria Presse Agentur

Spar-Chef findet Maskenpflicht für Supermarkt-Mitarbeiter "unfair"

20. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Fritz Poppmeier, Chef von Spar, ist gegen die Maskenpflicht in Supermärkten. Er versteht nicht, dass im Handel in Österreich - mit Ausnahme von Wien - die Maskenpflicht mittlerweile nicht mehr gilt, in Supermärkten aber immer noch.

Ich bin für ein Ende dieser Ungerechtigkeit. Wenn es gesundheitspolitisch nötig ist, sollte man das tun. Sonst halte ich das für Diskriminierung", sagte der Spar-Chef am Freitag im Interview mit der Zeitung "Die Presse".

Diskriminierung für Verkäufer und Kunden

Vor allem die Mitarbeiter hätten in der Krise täglich ihre Arbeit gemacht, nun würden ihre Bedürfnisse aber ignoriert. Aber auch für die Kunden sei die herrschende Regel diskriminierend. Gesundheit stehe bei Spar jedoch an oberster Stelle. Spar sei Vorreiter bei den betrieblichen Impfungen, zwei Drittel der Mitarbeiter seien geimpft. Von einer Impfpflicht hält Poppmeier aber nichts.

Preis für Lebensmittel geht "nach oben"

Zu den Preisen im Lebensmittelhandel sagte der Spar-Chef, man könne nur schwer voraussagen, wie sich diese entwickeln werden, da die Preise immer Schwankungen unterliegen würden. "Zumindest bei internationalen Produkten ist man auf die globalen Lieferketten angewiesen, und dort geht der Preis derzeit nach oben." Das Wifo erwartet laut einer aktuellen Studie, dass die Lebensmittelpreise bis Mitte 2022 deutlich anziehen werden.

Unmut der Bauern über geringe Margen bei gleichzeitig steigenden Gewinnen im Lebensmittelhandel könne er nachvollziehen, allerdings müsse berücksichtigt werden, dass der Lebensmittelhandel nicht überall gleich gut abgeschnitten habe "Es gab Standorte, beispielsweise in Saisongebieten, in denen es Umsatzrückgänge bis zu minus 90 Prozent gab", sagte Poppmeier. Die Marktgegebenheiten müssten ebenfalls in Betracht gezogen werden. Man könne nicht "die Konsumenten die strukturellen Versäumnisse in der Landwirtschaft zahlen lassen", so der Spar-Chef zur "Presse".

Kritik an Einweg-Plastikpfand 

Skeptisch steht Poppmeier auch den Plänen des Umweltministeriums für ein Einweg-Plastikpfand gegenüber. Die Umsetzung einer solchen Maßnahme wäre mit einem "irren Aufwand " verbunden und würde nur einen minimalen Effekt erzielen. "Ich hoffe sehr, dass es nicht kommt. Davon steht auch nichts im Regierungsprogramm. Das Resultat wäre eine endlose Flut von Mehrfahrten, das würde unsere Umweltbilanz sogar verschlechtern."

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam