Pop-Up-Impfungen in OÖ: Großer Andrang und Kritik an Impf-Schwänzern

07. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Über 300 Menschen wollten sich am Mittwochvormittag in einem Linzer Einkaufszentrum "im Vorbeigehen" impfen lassen. Die oberösterreichische Ärztekammer will unterdessen Strafen für Impf-Schwänzer.

Am Mittwoch können sich Menschen im Linzer Einkaufszentrum Passage und im Wirtshaus in Neumarkt im Mühlkreis ohne Termin impfen lassen. Der Andrang überstieg das Angebot bei weitem. Die Aktion in Linz war eigentlich für 130 Personen pro Tag vorgesehen. Aber bereits am Vormittag wollten sich über 300 Menschen mit dem nur einmal zu verabreichenden Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen. Das Land Oberösterreich stockte daraufhin das Personal auf und stellte zusätzlichen Impfstoff zur Verfügung.

APA - Austria Presse Agentur

Der Andrang "bestätigt unseren Weg, dass wir nun gezielt den Menschen ein niederschwelliges Impfangebot ohne Anmeldung ermöglichen", sagte LHStv. Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP).

Weitere Pop-Up-Impfungen in Planung

Freitag (12.00 bis 19.00 Uhr) und Samstag (10.00 bis 18.00 Uhr) gibt es dazu auch im Innviertel ein Pop-Up-Angebot im Einkaufszentrum Weberzeile in Ried. Gespräche mit weiteren möglichen Betreibern seien im Laufen. Im Passage Linz gibt es die Impfungen in den kommenden drei Wochen Mittwoch bis Freitag von 09.30 bis 14.30 und 15.00 bis 17.30 Uhr sowie samstags 09.30 bis 14.30 und 15.00 bis 17.00 Uhr. Nach wie vor gibt es auch Impftermine unter http://ooe-impft.at und bei den Hausärzten.

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Auch in Neumarkt in Mühlkreis war das Interesse an den Mittwochabend startenden Corona-Impfungen im Wirtshaus im Vorfeld bereits höher als erwartet. Rund 150 Personen hätten sich bis Dienstagabend angemeldet, sagte Bürgermeister Christian Denkmaier (SPÖ), wiewohl Neumarkterinnen und Neumarkter auch ohne Termin drankämen und Personen aus anderen Gemeinden erst am Freitag jene Dosen bekommen könnten, die nicht von den Gemeindebürgern verbraucht wurden.

Ärztekammer will Strafen für Impf-Schwänzer

Oberösterreichs Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser begrüßte zwar die positive Entwicklung bei den Corona-Impfungen - knapp 1,3 Millionen wurden alleine in Oberösterreich bisher verabreicht -, übte aber Kritik, dass viele ihren Termin - oft für die zweite Impfung - nicht wahrnehmen würden. Gerade beim zweiten Stich sei das aus virologischer Sicht eine Katastrophe, denn erst durch die zweite Dosis entstehe eine Vollimmunisierung. In Deutschland würden in großen Impfzentren bereits bis zu 40 Prozent der Termine verfallen. "Das ist eine Missachtung jener, die sich für das Wohl der Menschen zur Verfügung stellen", regte Niedermoser eine intensive Debatte über Strafen für Impf-Schwänzer an.

Quelle: Agenturen / apb