Likar: Werden Operationen "100-prozentig verschieben müssen"

01. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Rudolf Likar, Intensivbettenkoordinator in Kärnten, rechnet damit, dass die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in der nächsten Zeit weiter ansteigen wird. Die aktuelle Lage ähnle bereits der von November 2020.

"Wir sind in einer Situation, in der wir voriges Jahr im November waren", sagt Rudolf Likar, Intensivbettenkoordinator in Kärnten. Man müsse bereits die ersten Operationen verschieben. "Wir sind in einer Phase, wo es schon sehr grenzwertig ist", warnt Likar auf PULS 24.

Das Problem sei hier nicht die Zahl der Corona Patienten selbst, sondern die Dauer ihres Aufenthaltes in der Intensivstation. "Durchschnittlich bleibt ein Patient vier bis fünf Tage", Covid-Patienten müssten laut Likar allerdings mindestens zwanzig Tage behandelt werden.

"Werden verschieben müssen"

Der Intensivbettenkoordinator rechnet auch in der nächsten Zeit mit einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle, die intensiv behandelt werden müssen. "Ich glaube 100-prozentig, dass wir Operationen verschieben werden müssen", prognostiziert Likar im Interview. Das Problem sei hier die Delta-Variante, die "sehr aggressiv die Lunge angreift". Während bei der Wildvariante nur jeder fünfte oder sechste Covid-Patient auf die Intensivstation musste, sei es mittlerweile jeder dritte.

Aktuell befinden sich in Kärnten acht Corona-Patienten auf der Intensivstation. Laut Likar seien davon nur zwei geimpft. 80 Prozent der Corona Patienten auf der Intensivstation in Klagenfurt sind ungeimpft. Likar appelliert daher im Interview zur Corona-Impfung.

Arschang Valipour, Leiter der Covid-Station an der Klinik Floridsdorf, spricht von 90 Prozent ungeimpften Corona-Patienten auf Wiens Intensivstationen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea