APA - Austria Presse Agentur

Infektiologe Weiss klar gegen Tiroler Isolation

04. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Günter Weiss, hat sich klar gegen eine möglichen Isolation Tirols aufgrund der Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Variante ausgesprochen.

Virologin Von Laer hat am Mittwoch vorgeschlagen, Tirol einen Monat zu isolieren, um der Ausbreitung der südafrikanischen Corona-Mutation einen Riegel vorzuschieben. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ist dagegen. Nun meldet sich Infektiologe Günter Weiss zu Wort: "Wir sind nicht auf einer Insel, wo wir über so etwas reden könnten und wo es Sinn machen würde. Wir sind mitten auf einem Kontinent, auf dem diese Mutation auch schon in vielen Ländern aufgetaucht ist".

Weiss gegen Isolation und gegen Lockdown-Verlängerung

Man werde nicht verhindern können, dass eine Mutation auch in andere Regionen gelange. Auch mit einer etwaigen Verlängerung des Lockdowns kann der renommierte Mediziner, der wie auch Virologin Von Laer dem Beraterstab im Gesundheitsministerium angehört, nichts anfangen: "Das ist keine gute Idee". Die Maßnahmen bzw. Lockerungen, die die Bundesregierung diese Woche verkündet hatte, seien "sehr gut und sehr vernünftig" und sollten auch wie vorgesehen bundesweit gelten. Es gehe nun darum, die "Menschen wieder ins Boot zu holen".

Maßnahmen nützen nur, wenn sich die Bevölkerung daran hält

Isolation und Lockdown-Verlängerung würden die "Frustration" steigen lassen und dazu führen, dass viele Menschen sagen: "Wir kommen aus dem Schlamassel nie mehr heraus. 'Wir hauen den Hut drauf'". "Bei allen Kalkulationen und Modellen ist der 'Faktor Mensch' die Variable, die man wahrscheinlich am wenigsten berücksichtigt hat, die aber gleichzeitig die größte Rolle spielt", sprach sich Weiss für einen weiteren Schritt in Richtung Normalität aus. Das würde nur funktionieren, wenn die Menschen auch mitmachen. 

Quelle: Agenturen