APA - Austria Presse Agentur

Corona: Westaustralien will sich bis 2022 abschotten

06. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Westaustralien wird voraussichtlich 2022 seine Grenzen wieder öffnen. Man wolle sich abschotten bis eine Durchimpfungsrate von 80 bis 90 Prozent erreicht wird. In Neuseeland hingegen wurde der landesweite Lockdown nun aufgehoben.

Der australische Bundesstaat Westaustralien mit der Metropole Perth wird voraussichtlich erst 2022 wieder seine wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen zum Rest des Landes öffnen. Erst wenn 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, dürften Menschen aus Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen wie New South Wales, Victoria und Australian Capital Territory (ACT) wieder in den Bundesstaat einreisen, sagte Regional-Premierminister Mark McGowan am Montag.

"Ich gehe davon aus, dass wir wieder öffnen werden, sobald wir ein sehr hohes Impfniveau erreicht haben", erklärte McGowan. "Ich erwarte, dass das irgendwann im nächsten Jahr der Fall sein wird."

Grenzen seit März 2020 dicht

Die inneraustralischen Grenzen sind seit Beginn der Pandemie immer wieder kurzfristig bei Corona-Ausbrüchen geschlossen worden. Die internationalen Grenzen sind schon seit März 2020 mit wenigen Ausnahmen dicht.

Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern war dank strenger Regeln und seiner isolierten Insellage lange Zeit erfolgreich im Kampf gegen das Virus. Für die in einigen Regionen seit Wochen steigenden Zahlen machen Experten vor allem die Delta-Variante und die schleppend angelaufene Impfkampagne verantwortlich.

Die Regierung von New South Wales mit der Millionenstadt Sydney hatte vergangene Woche eingeräumt, dass die Null-Covid-Strategie, die Australien lange verfolgt hatte, gescheitert sei. "Es ist unmöglich, die Delta-Variante zu eliminieren", sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian.

Neuseeland hebt landesweiten Lockdown auf

Neuseeland hebt den landesweiten Corona-Lockdown nach drei Wochen weitgehend wieder auf. Die Beschränkungen würden ab Mittwoch gelockert, sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag. Lediglich in der Großstadt Auckland auf der Nordinsel, dem Zentrum des derzeitigen Ausbruchs, würden die Regeln zunächst weiter gelten, so Ardern.

Die Regierung in dem Inselstaat hatte am 18. August nach der Entdeckung eines einzigen Corona-Falls einen landesweiten Lockdown verhängt. Ende August wurden zeitweise mehr als 80 Fälle am Tag verzeichnet. Mittlerweile ist die Zahl aber auf etwa 20 gesunken.

Einige Regeln sollen dennoch weiter bestehen bleiben. So müssen die Bürger jetzt in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Delta-Variante habe "Spiel verändert"

Neuseeland hat lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt, so dass die Menschen weitgehend normal leben konnten - monatelang auch ohne obligatorische Masken. Die hochansteckende Delta-Variante habe "das Spiel aber verändert", betonte Ardern. "Um das Virus zu schlagen, müssen wir jetzt auch unseren Spielplan ändern."

Das Land im Südpazifik hat sich seit März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Nur noch Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz im Land dürfen einreisen. Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen die Pandemie. Bisher wurden nur rund 3.700 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. 1,3 Millionen der fünf Millionen Einwohner sind mittlerweile vollständig geimpft.

Quelle: Agenturen / pea