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Corona: EMA erwartet Zulassung von angepasstem Booster im September

07. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA strebt weiter die Zulassung von aktualisierten Covid-19-Impfstoffen bis zum Herbst an.

Die EMA arbeite an der möglichen Zulassung von angepassten Vakzinen im September, sagte der Leiter der Impfstoffstrategie der EMA, Marco Cavaleri, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz der Behörde.

Die EMA sei dabei offen für verschiedene Covid-Impfstoffe der nächsten Generation und auch bereit, solche in Betracht zu ziehen, die an die derzeit vorherrschenden Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 angepasst sind. Für die geplanten Impfkampagnen der EU-Mitgliedstaaten für den Herbst könnten diese Vakzine aber zu spät kommen. Die EMA ließ daher eine Präferenz für Impfstoffe durchblicken, die auf Basis der Omikronvariante BA.1 entwickelt wurden, die im vergangenen Winter zu einem massiven Anstieg der Infektionen geführt hatte.

Weiterhin guter Schutz gegen Krankenhausaufenthalte und Todesfälle

Während die bestehenden Corona-Impfstoffe weiterhin einen guten Schutz vor Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bieten, hat die Wirksamkeit der Vakzine mit der Weiterentwicklung des Virus abgenommen. Impfstoffe gegen die neueren Untervarianten BA.4 und BA.5, die derzeit weltweit für einen sprunghaften Anstieg der Infektionen sorgen, sind erst vor kurzem in die klinische Entwicklung eingetreten.

Daher sei es auch eine Frage der Zeit, wie schnell ein solcher Impfstoff zur Verfügung gestellt werden könne, sagte Cavaleri. "Vorerst denken wir noch, dass es sehr gut ist, alle Optionen offen zu halten und keinen dieser Kandidaten von einer möglichen Zulassung auszuschließen." Denn es sei unmöglich vorherzusagen, welche Variante im Herbst dominieren werde.

Erste Daten zeigen gute Wirksamkeit

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich bereits für angepasste Impfstoffe zur Bekämpfung von BA.4 und BA.5 ausgesprochen und nicht die BA.1-Variante. Gegen just diese haben allerdings die Partner BioNTech und Pfizer sowie der US-Biotechkonzern Moderna angepasste Impfstoffe entwickelt und stehen mit diesen schon in den Startlöchern. Erste Daten hatten gezeigt, dass die Vakzine auch gegen BA.4 und BA.5 gut abschnitten - allerdings in deutlich geringerem Maße als gegen BA.1.

Moderna hatte erklärt, es werde bis Ende Oktober oder Anfang November dauern, wenn das Unternehmen einen Impfstoff gegen die neueren Untervarianten entwickeln müsse. Pfizer und Biontech haben nach eigenen Angaben bereits eine beträchtliche Menge an BA.1-Impfstoff zur Verfügung und bereiten sich auch darauf vor, eine große Menge an Impfstoff gegen BA.4 und BA.5 zu produzieren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp