APA - Austria Presse Agentur

Corona-Drittimpfung: So gut wirkt der "Booster"-Stich

16. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Wie gut der "dritte Stich" wirkt, hat jetzt eine israelische Wissenschaftergruppe im New England Journal of Medicine belegt: Neuinfektionen bei über 60-Jährigen gingen um den Faktor 11,3 zurück, die Häufigkeit von schweren Erkrankungen sogar um den Faktor 19,5.

Auch in Österreich werden Booster-Impfungen bereits verabreicht. Besondere Risikopersonen, beispielsweise betagte Heimbewohner, bekommen den dritten Stich. 

"In Israel hat der frühe Beginn der landesweiten Impfkampagne mit der vollen Immunisierung von mehr als der Hälfte der Bevölkerung bis Ende März 2020 zu einem Rückgang der Covid-19-Erkrankungen von 900 Fällen pro Million Einwohner und Tag Mitte Jänner 2021 auf weniger als zwei Fälle pro Million Menschen pro Tag im Juni 2021 geführt", schrieben Yinon Bar-On (Weizmann Institut/Rehovot) und seine Co-Autoren in einer der weltweit angesehensten Medizin-Fachzeitschriften Mitte September.

Welle mit täglich 10.00 Neuinfektionen in Israel

Die neu auftauchenden Virus-Varianten machten auch in Israel Probleme. Ende August gab es wieder mehr als 10.000 bestätigte Neuinfektionen pro Tag. Allerdings war in dem Land bereits mit 30. Juli die Verabreichung einer dritten Dosis des Biontech-Impfstoffes für Personen über 60 Jahre als Booster zugelassen worden. 

Die israelischen Wissenschafter handelten schnell: "In unserer primären Analyse verglichen wir die Rate der bestätigten Covid-19-Infektionen und die Häufigkeit schwerer Erkrankungen zwischen den Personen, die zumindest zwölf Tage vorher eine Booster-Impfung erhalten hatten und jenen, die noch keine Booster-Dosis bekommen hatten."

Mehr als fünfmal so viele Ansteckungen ohne Booster

In der Gruppe der Personen ohne Booster-Impfung (5,2 Millionen Personentage in der Beobachtungszeit) gab es 4.439 Infektionen. In der Booster-Gruppe (10,6 Millionen Tage unter Infektionsrisiko) wurden nur 934 Infektionen registriert.

Zehnmal so viele schwere Fälle 

Ähnlich war es im Vergleich bei den schweren Covid-19-Erkrankungen: 294 Fälle in der Nicht-Booster-Gruppe (4,6 Millionen Tage unter Infektionsrisiko) und 29 Fälle in der Gruppe der Personen mit Booster-Impfung (6,3 Millionen Personentage mit Infektionsrisiko).

Das Fazit der Wissenschafter: "Ab zwölf Tagen nach der Booster-Dosis war die Häufigkeit von (PCR-)bestätigten Infektionen in der Booster-Gruppe um den Faktor 11,3 geringer als in der Nicht-Booster-Gruppe. Die Rate schwerer Erkrankungen war um den Faktor 19,5 geringer."

Schnelle Impfung

Der Effekt des "dritten Stichs" setzt laut den israelischen Wissenschaftern offenbar sehr schnell ein. Vom Zeitraum von vier bis sechs Tagen nach der dritten Dosis erhöhte sich die Schutzrate bis zum Tag zwölf zumindest um das 5,4-Fache. Eine Wirkung gab es also schon wenige Tage nach der "Auffrischung“. Sowohl die extrem gute Schutzwirkung der Erstimpfung mit zwei Dosen als auch der Effekt der dritten Dosis sind mit dieser wissenschaftlichen Studie eindeutig dokumentiert.

Corona-Impf-Auffrischung nur mit Biontech oder Moderna

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam