Fidler über die Corona-Lockerungen: "Wir sollten uns vor dem Herbst fürchten"

07. März 2022 · Lesedauer 2 min

Public-Health-Experte Armin Fidler sieht bei den aktuellen Corona-Lockerungen vor allem ein Kommunikationsproblem. Es könnte sein, dass sie wieder zurückgenommen werden müssen.

Man müsse "ganz genau überlegen", was man der Bevölkerung zumuten wolle, wenn es kein systemisches Risiko mehr gibt", sagt Armin Fidler ob der weitgehenden Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen seit dem Wochenende. Die meisten europäischen Ländern würden trotz steigender Infektionszahlen öffnen - denn die Zahlen auf den Intensivstationen seien überschaubar. 

In Vorarlberg etwa seien die Intensivstationen zu 10 Prozent belegt. "Das ist noch vertretbar", sagt Fidler. Die meisten würden bei einer Infektion nur eine Woche zuhause bleiben und leichte Symptome haben. 

Dennoch gebe es Probleme: Diese sieht Fidler vor allem in der Kommunikation der Regierung. "Die Pandemie ist nicht vorbei", so der Experte. Das müsse man auch so kommunizieren - denn die Öffnungen seien davon abhängig, wie sich die Pandemie entwickle. Man wisse nicht, was im Sommer, im Herbst passiere und welche Mutationen noch kommen. 

Vorbereitungen treffen

Da müsse man sich auch vorbereiten: Es gibt großen Nachholbedarf bei den Kinder- und Jugendimpfungen, sagt Fidler. "Obwohl sie wirklich sicher sind".

Ansonsten seien die Lockerungen aber oft auch politische Entscheidungen nach dem Bauchgefühl, denn bei einzelnen Maßnahmen fehle oft die Evidenz: Man wisse, dass Masken schützen, aber wie weit eine Maskenpflicht gehen muss, werde auch international "aus dem Bauch heraus" entschieden. Auch wie lange die Quarantäne sein muss, sei eine politische Entscheidung.

Quelle: Redaktion / koa