APA - Austria Presse Agentur

Anschober: Bundesweite Maskenpflicht könnte wieder "Thema" werden

17. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Der negative Trend bei der Ausbreitung des Coronavirus setzt sich fort. Gesundheitsminister Anschober betont, dass die Regierung bei einer Fortsetzung der Entwicklung dazu bereit sei, wieder eine bundesweite Maskenpflicht einzuführen.

In den letzten 24 Stunden wurden österreichweit 169 Neuinfektionen registriert. Das ist der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Mitte April, als der Höhepunkt der ersten Corona-Welle knapp überschritten war. Auf einer Pressekonferenz am Freitag sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober, dass die nationale Einführung der Maskenpflicht sehr schnell wieder umgesetzt werden könne. Sollte dies notwendig werden, werde die Regierung eine Wiedereinführung erlassen.

Österreich sei derzeit zweigeteilt, sagte der Gesundheitsminister. Auf der einen Seite stünden die drei Bundesländer Wien, Ober- und Niederösterreich, die mit regionalen Clustern kämpfen. Auf der anderen Seite sei die Zahl der Neuinfektionen in den anderen Ländern gering. Anschobers Einschätzung wird durch die jetzt 169 neuinfizierten Personen bestätigt. Von diesen leben insgesamt 155 in Oberösterreich (60), Wien (57) und Niederösterreich (38).

169 Neuinfektionen und 1.393 aktive Fälle in Österreich

Die Zahl der SARS-Cov-2-Infizierten in Österreich steigt weiter. Am Freitag gab es österreichweit insgesamt 1.393 aktive Fälle. Bisher gab es 19.439 positive Testergebnisse. Auch die Zahl der Personen in Spitalsbehandlung stieg wieder - 99 Menschen befanden sich am Freitag aufgrund einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus, davon mussten elf auf der Intensivstation behandelt werden.

 Die meisten Infizierten gab es am Freitag in Oberösterreich. 546 Personen waren hier Covid-19-positiv. 454 Infizierte verzeichnete am Freitag Wien, hier gab es seit dem Vortag einen Zuwachs von 57 Fällen. In Niederösterreich waren am Freitag 164 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, hier kamen 38 Fälle hinzu. In den anderen Bundesländern gibt es kaum neue Fälle. Sieben Neuinfektionen gab es in Tirol, in Vorarlberg, Salzburg und dem Burgenland waren es jeweils eine. Keinen zusätzlichen Covid-19-Fall verzeichnete am Freitag Kärnten.

Risikobewusstein nimmt wieder zu

Anschob hob hervor, dass die Teststrategien erfolgreich seien. Erkrankungen würden derzeit frühzeitig erkannt werden. In den letzten Tagen seien in Österreich im Schnitt knapp 10.000 Tests pro Tag durchgeführt worden. Die dadurch aufgedeckten regionalen Cluster hätten in der Bevölkerung eine Trendwende ausgelöst, so Anschober. Das Risikobewusstsein nehme wieder zu. So würden ein zunehmender Anteil der Bevölkerung in Supermärkten wieder freiwillig Schutzmasken tragen.

17-Punkte-Aktionsplan mit Ampelsystem 

Die Vorbereitungen auf den Herbst seien bereits angelaufen, sagte Anschober. Im Zuge dessen sei geplant, den Zugang zu Testungen über die Corona-Hotline 1450 niederschwelliger zu gestalten. Außerdem werde die Personalsituation bei den von den Bundesländern betriebenen Hotlines evaluiert.

Anschober kündigte auch einen Aktionsplan mit 17 konkreten Maßnahmen gegen eine zweite Covid-19-Welle an. So arbeite die Regierung an einem Ampel-System im Stile der bereits bekannten Corona-Ampel. Sie soll dann als Grundlage zur Wiedereinführung von regionalen Maßnahmen von den Behörden herangezogen werden. Das Ampelsystem basiere auf vier Indikatoren: Spitalskapazitäten, dem prozentuellen Anteil an positiven Tests, den täglichen Steigerungen und Clusteranalysen. Ein weiterer Eckpfeiler ist die Einrichtung einer Corona-Kommission aus Fachexperten. Das Ministerium arbeite derzeit auch an Leitlinien und Empfehlungen, die dann von regionalen Behörden zusammen mit dem Gesundheitsministerium umgesetzt werden, so Anschober.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb