Der Brexit und seine teuren Folgen

28. Jan 2020

Am Freitag ist es soweit, nach jahrelangem Tauziehen tritt Großbritannien aus der EU aus. Und die Folgen werden aus finanzieller Sicht unangenehm, so zumindest der Tenor der Europaminister bei ihrem Treffen in Brüssel. Der Brexit macht die EU also deutlich teurer. Der deutsche Europa-Staatsminister Michael Roth sieht ihre Mitglieder in der Pflicht, mehr einzuzahlen. Auch Deutschland müsse "deutlich mehr Finanzmittel zur Verfügung stellen". Seine Kollegin Karoline Edstadler sieht das anders. Der Austritt der Briten schränkt den EU-Finanzrahmen um rund 60 Milliarden Euro ein. Die Bereitschaft ihrer Mitglieder mehr zu zahlen, hält sich aber in Grenzen. Die französische Europa-Staatssekräterin Amelie de Montchalin will daher auf mehr Einnahmen aus einer Digital- oder Plastiksteuer setzen. Das Treffen der Europaminister heute war die letzte Ratsitzung vor dem Austritt der Briten am Freitag. Für Christopher Pincher, scheidender Europa-Staatsminister Großbritanniens, ein historisches Ereignis. Einen detaillierten Austritts-Vertrag bis Ende des Jahres, halten viele Europaminister übrigens für "sehr ambitioniert" bis "nicht realistisch".