APA - Austria Presse Agentur

Warum für die Republik bei Grasser wohl wenig zu holen ist

10. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wird wohl trotz reicher Ehefrau in Privatkonkurs gehen, falls das Buwog-Urteil rechtskräftig wird.

Wird das Urteil gegen Karl-Heinz Grasser und seine Mitangeklagten im Buwog-Prozess rechtskräftig, drohen ihm nicht nur acht Jahre Haft, sondern auch Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe. Die Verurteilten Grasser, Walter Meischberger, Peter Hochegger und Ernst Karl Plech müssten dann nämlich die Provision von rund 9,8 Millionen Euro an die Republik zurückzahlen.

Hinzu kommen die Gerichtskosten für das mehrjährige Verfahren. Diese sind zwar mit 10.000 Euro gedeckelt, hinzu kommen aber Kosten für mehrere Gutachten der Staatsanwaltschaft, die ebenfalls die Verurteilten tragen müssen. Diese würden sich auf mehr als 300.000 Euro belaufen, sagt Grasser-Verteidiger Jörg Zarbl dem "Kurier".

Vermögen aufgebraucht

Laut eigener Aussage hat Grasser allerdings seine Vermögenswerte wie eine Liegenschaft am Wörthersee oder ein Luxus-Penthouse in der Wiener Innenstadt bereits verkaufen müssen, um die Anwalts- und Gutachterkosten zu begleichen. Auch bei seiner Ehefrau Fiona Pacifico Griffini-Grasser, immerhin Teil des schwerreichen Swarovski-Clans, gibt es für die Republik nichts zu holen. In Österreich gilt die Gütertrennung, so dass Eheleute nie für die Schulden ihrer Ehepartner haften.

Von Grassers Mitangeklagten ist wohl auch nicht viel zu erwarten. Walter Meischberger strebt bereits einen Privatkonkurs an. Und Peter Hochegger ist bereits offiziell insolvent. Laut eigener Aussage waren Investitionen in eine Cashew-Farm und eine Hotelanlage in Brasilien, wo er seinen Lebensmittelpunkt hat, nicht gewinnbringend.

Quelle: Redaktion / hos