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Habeck: Preiserhöhung kann "Monatseinkommen für eine Familie sein"

07. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnt vor einem teuren Winter: Die Preiserhöhungen im Herbst und Winter 2022/23 würden pro Haushalt "im vierstelligen Bereich liegen. Und das kann dann eben auch mal ein Monatseinkommen für eine Familie sein."

Die deutsche Regierung wird nach Worten von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Gasversorgung in Deutschland mit allen Mitteln sicherstellen. Angesprochen auf einen möglichen Zusammenbruch des Marktes, sagte Habeck am Mittwochabend im ZDF, das werde nicht passieren. "Das ist jetzt dieser Moment von "'Whatever it takes', es wird nicht passieren".

Das sagte der deutsche Politiker in Anlehnung an Äußerungen des ehemaligen Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Der Italiener hatte mit diesem "Was auch immer notwendig ist" einst die Rettung des Euro versprochen.
 

Mit Blick auf einen drohenden Totalausfall russischer Gaslieferungen betonte Habeck: "Wir sind nicht nur passiv. Wir müssen nicht staunend daneben stehen, was da passiert." Es sei schließlich auch gelungen, trotz um 60 Prozent abgesenkter Gaslieferungen die Versorgungssicherheit in Deutschland aufrechtzuerhalten. Allerdings müssten sich die Bürger und Bürgerinnen auf einen teuren Winter einstellen. Die Preiserhöhungen im Herbst und Winter 2022/23 würden pro Haushalt "im vierstelligen Bereich liegen. Und das kann dann eben auch mal ein Monatseinkommen für eine Familie sein." Sparen bleibt nach Ansicht des Grünen-Politikers daher das Gebot der Stunde.

Kohle

Um angesichts der Drosselung russischer Lieferungen Gas einzusparen, soll auch weniger Gas zur Stromproduktion genutzt werden - stattdessen sollen wieder mehr Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen. Der Bundestag will dazu voraussichtlich am späten Donnerstagabend über entsprechende Gesetzesänderungen abstimmen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe