Odyssee durch Wien mit fiebrigem Kind: "Tortur" bei der Arzt-Suche

15. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Mutter einer fünfjährigen Tochter berichtet im PULS 24 Interview über tagelange Wartezeiten beim Kinderarzt und einer Odyssee von Spital zu Spital. Ihr Kind hatte 39 Grad Fieber.

Es war eine "Tortur", sagt Alessandra Ljuboje. Ihre Tochter hatte schon seit einer Woche über 39 Grad Fieber, doch die Gruppenpraxis des Kinderarztes den nächsten Termin erst in drei Tagen. "Als Mutter ist man dann hilflos", sagt sie. Man wisse ja nicht, warum das Kind Fieber habe.

"Das sollte so nicht laufen"

Weil der Besuch beim Kinderarzt nicht klappte, wollte die Mutter ihre Tochter in ein Spital bringen - schlussendlich musste sie zu drei Adressen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem fiebrigen Kind begann die Odyssee durch Wien. Das Wilhelminenspital sei am Sonntag "bummvoll" gewesen. Nach vier Stunden Wartezeit sei man drangekommen. Zwei bis drei Tage später ging das Fiber nicht zurück, schildert die Mutter. In einem anderen Spital wurde sie dann weggeschickt - man habe keine Kinderklinik. Nur im AKH kam sie "mit Glück", wie ihr ein Arzt sagte, nach 10 Minuten dran.

"Ich habe mich sehr geärgert", sagt Ljuboje. Ärzte und Spitäler seien voll, überfordert und unter Druck. Auch sie habe dann Wut und Hilflosigkeit verspürt. "Das sollte so nicht laufen", ist sie sich sicher. 

Gesundheitspersonal ruft nach Hilfe

Schon seit geraumer Zeit warnt die Ärztekammer, dass die Gesundheitsversorgung der Österreicherinnen und Österreicher in den Spitälern unmittelbar vor dem Kollaps stehe.  Ärzte hätten eine hohe Arbeitsbelastung, es komme schon zur Triage. 

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) widersprach den Darstellungen allerdings und sprach von "Gerüchten", die die Ärztekammer verbreite. Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) versicherte am Mittwoch, dass er im regelmäßigen Austausch mit allen Landesspitälern sei. Es würden ihm jedoch aus keinem Land Meldungen vorliegen, "dass dort besonders dramatische Zustände sind". Die Ärztekammer warf dem Minister am Donnerstag vor, sich das "Versorgungschaos" schön zu reden. 

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Quelle: Redaktion / koa