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Mögliche Anzeige gegen FPÖ: Suizid-Versuch von Jenewein

07. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Der ehemalige FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein soll in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Selbstmordversuch unternommen haben. Dies passierte wenige Tage nachdem eine mutmaßliche Anzeige von Jenewein gegen seine eigene Landespartei öffentlich wurde.

Mehreren Medienberichten zufolge soll der ehemalige FPÖ-Politiker und Vertraute des aktuellen Parteichefs Herbert Kickl einen Suizid-Versuch unternommen haben. Jeneweins Frau hatte demnach die Rettungskräfte informiert, nachdem sie ihren Mann am Sonntag gegen 1.30 Uhr bewusstlos auf der Couch aufgefunden hatte.

Jenewein wurde in die Wiener Klinik Ottakring eingeliefert. 

Mutmaßliche Anzeige gegen FPÖ Wien

Jenewein ist in den letzten Tagen wieder in die Öffentlichkeit gerückt. Der in der Wiener FPÖ verankerte Politiker soll gegen seine eigene Landespartei eine anonyme Anzeige eingebracht haben. Durch einen Zufallsfund der Staatsanwaltschaft im Zuge einer Hausdurchsuchung soll bei Jenewein ebenjener Entwurf für die Anzeige gefunden worden sein.

Mehr dazu: 

Die Anzeige soll sich um angeblichen (Millionen-)Missbrauch von Fördermitteln durch freiheitliche Vereine drehen. Elf Personen - von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache über den früheren Klubchef Johann Gudenus bis FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp - sowie die gesamte Landespartei sind aufgelistet. Für alle Personen gilt die Unschuldsvermutung. 

Freiheitliche: Kein Kommentar 

Aus der FPÖ gab es am Sonntagnachmittag keine Stellungnahme, man bat aber im Sinne der Familie Jeneweins um mediale Zurückhaltung.

Reaktion von Belakowitsch

FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Schwester von Jenewein, Dagmar Belakowitsch, meldete sich über eine Aussendung zur Situation zu Wort und kritisierte die Medien. "Offensichtlich setzen Medien ungeniert nicht nur Persönlichkeitsrechte außer Kraft, sondern verbreiten darüber hinaus ungeheuerliche Falschnachrichten". Laut eigener Auskunft ihres Bruders gäbe es keinerlei Abschiedsbriefe, in dem eine Verzweiflungstat angekündigt oder erklärt würde. Davon haben einige Medien berichtet.

"Er liegt auch Gott sei Dank nicht im Koma", so Belakowitsch weiter. "Eine derartige mediale Hetze ist widerlich und rücksichtslos gegenüber der gesamten Familie, ganz besonders gegenüber der Ehefrau und den minderjährigen Kindern. Nur um der FPÖ und insbesondere dem Parteiobmann zu schaden und um Klicks und Auflage zu machen, werden auf dem Rücken einer Familie Persönlichkeitsrechte massiv verletzt und dreiste Unwahrheiten verbreitet." Sie erwarte sich "von den Medien" ein "Mindestmaß an Anstand und Zurückhaltung". Ob es sich um einen Selbstmordversuch gehandelt habe, erwähnt Belakowitsch in ihrer Aussendung nicht. 

Anmerkung: Aufgrund der Aussagen von Dagmar Belakowitsch, dass sich Hans-Jörg Jenewein nicht im Koma befindet, wurde diese Stelle  im Artikel geändert.

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Quelle: Redaktion / foj