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Causa Jenewein: Kickl teilt in Videobotschaft gegen Medien aus

08. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Am Montagnachmittag meldete sich FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl zu den aktuellen Entwicklungen in der FPÖ und den mutmaßlichen Suizidversuch des ehemaligen Abgeordneten Hans-Jörg Jenewein zu Wort.

In dem rund vierminütigen Video, welches unter anderem auf dem YouTube-Kanal von "FPÖ TV" veröffentlicht wurde, kritisiert Kickl nun zum größten Teil die österreichische Medienlandschaft. Zu Beginn teilt Kickl in wenigen Sätzen Jenewein sowie seinen Angehörigen sein Mitgefühl mit. In der Berichterstattung über Jeneweins Situation vermisse er jegliches "journalistisches Ehrgefühl, Verantwortungsbewusstsein, Berufsethos" sowie "sorgfältige Recherche". "Das persönliche Leid von Hans-Jörg Jenewein" werde "schamlos öffentlich ausgeschlachtet, um politische Drecksarbeit gegen die FPÖ zu erledigen", findet der FPÖ-Chef.

Kickl ortet "eine unglaubliche Täuschung", da "die Medien" diese mit Schuldzuweisungen, Mutmaßungen sowie Unterstellungen mischen und "den Menschen als Information" unterjubeln würden.

Der freiheitliche Parteiobmann regt sich weiters über das Redaktionsgeheimnis auf. Ihn stört, dass sich Berichte über innere Machtkämpfe in der FPÖ stets auf anonyme Insider oder Quellen berufen: "Warum stehen diese Leute eigentlich alle nicht zu ihren Behauptungen? Oder, und auch das ist denkbar: Gibt es diese Quellen in Wirklichkeit gar nicht?"

Wie Kickl richtig anmerkt, müssen Journalist:innen ihre Quellen aufgrund des Redaktionsgeheimnisses nicht offenlegen. Dies sieht der Parteiobmann allerdings kritisch: "Im Unterschied zu manchen Medien stehen wir mit unserem Namen für unsere Aussagen ein". Sowohl er als auch Dagmar Belakowitsch, FPÖ-Abgeordnete und Schwester Jeneweins, hätten zu den aktuellen Entwicklungen ausführlich Stellung bezogen. Für Kickl müssen die Medien nun zu einer Sachlichkeit zurückkehren.

Hier sehen Sie das gesamte Statement des FPÖ-Chefs:

PULS 24 berichtete keine Details

Im Zuge des Suizidversuchs von Hans-Jörg Jenewein sowie des Suizids der von Impfgegnern bedrohten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr ist die Berichterstattung über Suizide wieder debattiert worden. PULS 24 berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen das öffentliche Interesse überwiegt. Auch in den oben genannten Fällen hält sich PULS 24 allerdings an die Richtlinien für Suizidberichterstattung und veröffentlicht keine Details oder Spekulationen.

Mehr über die Berichterstattung von PULS 24: 

Sind Sie in einer Krisensituation? Hier finden Sie Hilfe:

Informationen zur Suizidprävention auf www.gesundheit.gv.at/leben/suizidpraevention   
Telefonseelsorge: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr, www.telefonseelsorge.at
Sozialpsychiatrischer Notdienst/PSD: 01 31330, täglich 0–24 Uhr, www.psd-wien.at
Rat auf Draht: 147. Beratung für Kinder und Jugendliche. täglich 0–24 Uhr, www.rataufdraht.at
Kindernotruf: 0800 567 567, täglich 0-24 Uhr www.bittelebe.at

Quelle: Redaktion / foj