puls24.at News Politik · 29. März 2021

Wundersame Vermögensvermehrung in der ÖBAG

Nach der Enthüllung von Chatverläufen des ÖBAG-Vorstands Thomas Schmid bezog der Aufsichtsrat Stellung. Dabei dürften einige Zahlen durcheinander gekommen sein.

Am Wochenende wurden von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ausgewertete Chatverläufe von Thomas Schmid rund um seine Bestellung zum ÖBAG-Alleinvorstand publik. Am Montag reagierte die ÖBAG auf die Berichte in einer Aussendung.

Darin geht es auch um die Konstituierung des Aufsichtsrates im Frühjahr 2019. Schmid hat seinen Vorstandsposten am 29. März 2019 angetreten. Damals soll die ÖBAG laut der Aussendung ein Vermögen in der Höhe von "mehr als € 5 Mrd." verwaltet haben und bis zum heutigen Zeitpunkt auf über 26,6 Milliarden Euro vermehrt haben. Das käme einer Vermögenssteigerung von beeindruckenden 21,6 Milliarden Euro in knapp zwei Jahren gleich. Die Zahlen scheinen aber nicht zu stimmen, wie ein Blick zurück ins Jahr 2018 zeigt.

Damals verkündeten Ex-Finanzminister Hartwig Löger und Ex-Staatssekretär Hubert Fuchs die Umwandlung der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) in die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) in einer Aussendung. Darin wird Löger folgendermaßen zitiert: "Die ÖBAG ist für die wichtigsten Unternehmensanteile der Republik verantwortlich. Der Portfoliowert beträgt nach der Übertragung der BIG knapp 20 Milliarden Euro."

Eine Aufschlüsselung der Vermögenswerte am Ende der Aussendung zeigt, dass die ÖBAG Ende 2018 einen Portfoliowert von 7,9 Milliarden Euro hatte. Durch die Übertragung der ÖBIB in die ÖBAG kamen über 12 Milliarden Euro hinzu. Wie die ÖBAG im Jahr 2021 vor diesem Hintergrund zu einem Vermögenswert von 5 Milliarden Euro im Jahr 2018 kommt erklärte die ÖBAG nach Anfrage von PULS 24 folgendermaßen: 

So würden sich die 5 Milliarden Euro auf den Portfoliowert zu ÖBIB Zeiten, der sich je nach Abhängigkeit der OMV entwickelt habe, beziehen. Nach der Umgründung der ÖBIB in die ÖBAG sei der Wert mit 01.01.2019 dann auch rund 20,5 Milliarden Euro gestiegen. Der Unterschied zwischen dem von Löger angegeben Wert von 7,9 Milliarden Euro und den von der ÖBAG genannten 5 Milliarden blieb unkommentiert.   

 

Der Artikel wurde am 29.03.2021 um 14.33 Uhr um die Stellungnahme der ÖBAG ergänzt.